Überwältigt von den vielen Angeboten zum Anpacken auf den Höfen

Chance für neue Zusammenarbeit

 

Berlin, Hamm, Verden, 8. April 2020.

„Was ist das für ein ermutigendes Zeichen der Wertschätzung, wenn so viele Menschen aus der Bevölkerung ihre Bereitschaft bekunden, uns Bäuerinnen und Bauern bei unserer täglichen Arbeit im Stall und auf den Äckern zu helfen. Wir möchten dafür „danke“ sagen“, so Elisabeth Fresen, Bäuerin aus Verden/Aller und Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Fresen weiter: „Diese Hilfsbereitschaft ist eine große Chance für die Landwirtschaft, aber auch für die Verbraucher*innen, einen tieferen Einblick in die bäuerliche Arbeit zu bekommen. Und es gibt jetzt erfreulicherweise eine öffentliche Diskussion, unter welchen Bedingungen in der Landwirtschaft gearbeitet wird, über Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Menschen, die bislang in großem Umfang diese Arbeit verrichtet haben. Wir vernehmen in der Öffentlichkeit Unterstützung für unsere Forderung nach fairer Entlohnung der Arbeit und fairen Preisen für unsere bäuerlichen Erzeugnisse. Es wird diskutiert über vernünftige und menschenwürdige Unterbringung von in- und ausländischen Saisonarbeiter*innen.

All diese Diskussionen verstärken das notwendige Fundament für einen neuen Gesellschaftsvertrag, für eine neue Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Landwirtschaft. Es geht nur miteinander, sowohl vor Ort, im Dorf, als auch insgesamt als Landwirtschaft mit anderen Teilen der Gesellschaft wie den Nichtregierungsorganisationen.

 

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Kritischer Agrarbericht 2020

Jetzt im Handel erhältlich

Der kritische Agrarbericht 2020Vieles gerät gerade in Bewegung zwischen Stadt und Land, Gesellschaft und Landwirtschaft. „Stadt, Land – im Fluss“ lautet denn auch der Schwerpunkt des diesjährigen Kritischen Agrarberichts, dem 16 der insgesamt 51 Beiträge gewidmet sind. Das Bild, das sie zeichnen, ist zuweilen paradox:

Für viele Städter wird das Land zum idealisierten Sehnsuchtsort („Landlust“). Gleichzeitig verlieren – nicht nur in Ostdeutschland – entlegene ländliche Räume unentwegt Einwohner. Die Daseinsvorsorge und die im Grundgesetz garantierte Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse sind vielerorts nicht mehr gewährleistet. Eine Lücke, die von rechten Politikern geschickt genutzt und mit ihren Parolen gefüllt wird. Hundertausende von Menschen engagieren sich erfolgreich in Volksbegehren für den Schutz der Arten („Rettet die Bienen!“). Auch die Missstände beim Tierschutz in der Landwirtschaft empören viele (auch auf dem Land) – ohne dass sich am Einkaufsverhalten bereits Entscheidendes ändern würde. Den Discountern gehen die Kunden nicht aus ...

Konkrete Veränderungen finden vor allem im Kleinen statt. Im Zentrum stehen dabei neue Kooperationen von Stadt und (Um)Land über regionale Ernährungsstrategien wie bei der bundesweiten Bewegung der Solidarischen Landwirtschaft, oder den sogenannten Ernährungsräten.

Ansätze, die für mehr Solidarität zwischen Stadt und Land sorgen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt über das Themenfeld Ernährung stärken und neue regionale Wertschöpfungs- und vor allem Wertschätzungsketten aufbauen. Ansätze, die zeigen, dass es Teile der Gesellschaft gibt, die zwar hohe Ansprüche an Landwirtschaft haben, was Qualität der Lebensmittel und Produktionsweise angeht, die aber auch bereit sind, diese zu honorieren und deren Umsetzung solidarisch mitzutragen.

Der kritische Agrarbericht 2020 – ISBN 978-3-930413-67-6, 360 Seiten, 25,- €
Zu beziehen über den Buchhandel, oder direkt unter www.bauernstimme.de

Solawi Mainz lädt ein

Sonntag, 26. April 2020 von 13 Uhr bis 17 Uhr in der Solawi-Gärtnerei, Klosterstraße 85 in Mainz-Gonsenheim

Solawi lädt einDer Erhalt und die Weiterentwicklung samenfester Gemüsesorten sind uns sehr wichtig und wir wollen das Bewusstsein über die Bedeutung dieses alten Gemeinguts wieder vergrößern, und über aktuelle  Entwicklungen berichten.

Dazu haben wir verschiedene regionale Vereine, Betriebe und Initiativen eingeladen die zu diesem Thema aktiv sind. Neben Infomaterialien und Vorträgen gibt es mehrere Saatgutstände, Jungpflanzenverkauf, einen Tauschtisch für selbstvermehrtes Saatgut und Jungpflanzen, Crepes, kalte Getränke...

 

ABLAUF

13.00 Beginn

14.00 Vortrag „CRISPR - neue Gentechnik-Wundertüte für die Landwirtschaft (Referentin: Annemarie Volling, Gentechnik-Expertin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft)

15.15 Vortrag und Rundgang „Das Konzept der solidarischen Landwirtschaft“ (Solawi Mainz e.V.)

16.00 Workshop Jungpflanzenanzucht (Michael Stork, Gärtnerei Sonnenberg, Wiesbaden)

 

AUSSTELLER*INNEN:

-        Ragna Stemmer (hunsrückerbiogemüse.de)
-        Regenbogenschmiede (regenbogenschmiede.net)
-        VEN (nutzpflanzenvielfalt.de)
-        Freie Saaten (freie-saaten.org)
-        Saatgutbox Initiative Wiesbaden (facebook.com/sagutiniwi)
-        Botanischer Garten Uni Mainz (botgarten.uni-mainz.de)
-        BUND – Wildpflanzen Saatgut (blumenwiesen.bund-rlp.de)
-        Neustadt Garten (gartenfeld-mainz.de)

 

Einladung zur Bodentagung

Samstag, 8. Februar 2020 von 9 Uhr bis 13.30 Uhr im WBZ Ingelheim

CO2 ist in aller Munde. Dabei wäre es im Boden viel besser aufgehoben. Wie das geht, zeigen wir bei der Bodentagung für Rheinhessen in Ingelheim.

Die Tagung richtet sich an Landwirte, Unternehmen und Bürger in Rheinhessen, die gemeinsam und solidarisch die Landwirtschaft der Zukunft entwickeln. Ein großer Schritt zum aktiven Klimaschutz in der Region und im Land.

Schon 1% mehr Humus auf den Äckern in Rheinland-Pfalz kann die gesamten CO2-Emissionen eines Jahres binden. Regional und wertschöpfend für alle. Anders als viele technische Lösungen schafft Humusaufbau Zusatznutzen. Wasser und Nährstoffe bleiben im Boden, unser Essen schmeckt und ist gesund.

Schon 1% mehr Humus auf den Äckern kann die gesamten CO2- Emissionen eines Jahres dauerhaft binden. Die Bodentagung zeigt, wie wir die Landwirtschaft der Zukunft gemeinsam schaffen.

Statt Verursacher können Landwirte Teil der Lösung werden und klimaschädliche Emissionen aus der Region in Form von Humus zu binden. Unternehmen finanzieren diese wichtige Zukunftsarbeit, indem sie Humuszertifikate kaufen und sich damit CO2 neutral stellen. Das Verfahren, Humus aufzubauen und die Anreicherung auch wissenschaftlich fundiert zu dokumentieren, ist seit über 10 Jahren u.a. in Österreich etabliert.

Die Stiftung Lebensraum setzt die Humuszertifikate jetzt in Rheinland-Pfalz um.

 

Mehr Infos in der Einladung und im Flyer

Einladung zur Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Eifel e.V. Landesverband Rheinland-Pfalz und Saarland

Sonntag, 09. Februar 2020 ab 09:30 Uhr
im DGB-Haus, Kaiserstraße 26-30 in Mainz

 

Tagesordnung

  • 09:30 – 10:00 Uhr Ankunft, Kaffee
  • 10.00 – 10:05 Uhr Begrüßung, Protokollführung
  • 10.05 – 10:15 Uhr Bericht über Landesaktivitäten 2019
  • 10:15 – 10:30 Uhr Kassenbericht und Entlastung des Vorstands
  • 10:30 – 11:00 Uhr Wahl des Wahlleiters, Neuwahlen Kassenprüfer, Neuwahlen Vorstand
  • 11:00 – 12:00 Uhr Vortrag Bundesaktivitäten der AbL

  • 12:00 – 13:00 Uhr Mittagspause

  • 13:00 – 15:00 Uhr Vortrag von Frau Prof. Dr. Eva Lehndorff: „Humusaufbau: Speichermechanismen im Boden & Rolle im Klimawandel“

  • 15:00 – 16:00 Uhr Diskussion und Sonstiges

Kostenbeitrag: Im Betrag von 20 € pro Person sind enthalten: Ankunftskaffee, Teilnahme am Mittagsbüfett, Mineralwasser, Abschiedskaffee

Hiermit laden wir Dich/Euch recht herzlich ein.
Für den Landesvorstand
gez. Ralf Wey

Rückantwort: Bitte umgehend per Fax 02605/952732 oder Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Download der Einladung als PDF

Sehr geehrte Frau Klöckner,

ich nahm am 18. Januar 2020 an der Demonstration in Berlin teil. 25 000 Menschen und 170 Traktoren brachten zum Ausdruck, was mir als Nichtbäuerin schon lange auf der Seele brennt:

ES WIRD KEINEN KLIMAWANDELSTOP, KEINE VERBESSERUNG DER BIODIVERSITÄT, DER BODENQUALITÄT UND DES ZUSTANDES DES GRUNDWASSERS OHNE EIN RADIKALES UMDENKEN UND FAIRES BEHANDELN DER DURCH BAUERN BETRIEBENEN LANDWIRTSCHAFT GEBEN.

Dem öffentlich rechtlichen Fernsehen war diese Meinungsäußerung von Menschen genau zwei Minuten und 30 Sekunden wert. Davon erhielten Sie mit Ihren Worten an die Demonstranten den größten Teil. Von dieser Ihrer Aussage war ich zutiefst enttäuscht! Wie ist es möglich, sich hinter Forderungen der EU zu verstecken, die doch von gewählten Vertretern auch unserer Parteien und Ihrer Partei beschlossen wurden. Welche Konzepte gibt es überhaupt für die Landwirtschaft? Das Konzept des Bodenkaufes als Renditeanlage; das Konzept der Massentierhaltung, das den Boden verseucht und Medikamentenmissbrauch fördert, das Konzept der Förderung großer Agrargesellschaften, die die Biodiversität zerstören, mit Chemie jegliches Leben negativ beeinflussen ohne Rücksicht auf Verluste?

In der Westerwälder Zeitung wurden Sie zitiert und sprachen von einer „Bullerbü-Romantik“. Wieviel wissen Sie eigentlich von bäuerlichem Leben? Und wie mir gesagt wurde, ist dies eine besondere Lebensform. Die Bauern, die ich kenne, stehen an jedem Morgen - ob Sommer, ob Winter - früh auf und arbeiten lange. Sie kennen kein Wochenende und keinen Feiertag. Wenn doch einmal Zeit ist, schlagen sie sich mit bürokratischen Hürden herum, die ihnen Ämter auferlegen. Stets schwebt über ihnen das Damoklesschwert der Insolvenz, denn ihre Aufwendungen stehen in keinem Verhältnis zu den Preisen, die sie für ihre Produkte erlangen können, diktiert von großen Konzernen, die auf Gewinnmaximierung aus sind. Ich erlebte, wie durch Aufkauf des kleineren Molkereibetriebes die von den Milcherzeugern vorher gekündigte Molkerei zum erneuten Abnehmer wurde.

Foto: Theo Heimann

Als geborener Ostdeutschen sind mir große Flächen nicht unbekannt. Aber erst nach der Wende und dem Verlust der Fruchtfolge zugunsten von Silomais gab es Sandstürme, die Autofahrer das Leben kosteten und Bienen verschwinden laßen.

Wenn die Ziele der Groko zur Abwendung des Klimawandels kein leeres Gerede bleiben sollen, ist die faire und gleichwertige Behandlung aller bäuerlichen Wirtschaftsformen unablässig. Und es muss eine Daseinsvorsorge des Staates auch für künftige Generationen sein, die Vielfalt des Lebens, auch des menschlichen Lebens zu erhalten. Dabei kommt der Bauernschaft eine bedeutende Rolle zu.

Auch Bildung darf (wieder) einen größeren Stellenwert bekommt, damit es im Einklang mit den Verbrauchern zu Änderungen führt. Denn viele Konsumenten standen am Straßenrand und winkten und zeigten den Daumen nach oben oder nickten. Auf meinem Plakat stand: Faire Preise für eine faire Landwirtschaft! Am Trecker prangte: "Think Big, Farm Small".

Christiane Baller, Greifswald

 

Mainzer Appell: Termine zum sozial-ökologischen Wandel

Der Terminkalender kann hier eingesehen werden -> LINK!
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