Herr Scholz, Herr Özdemir: Wer Gentechnik-Reglen abschafft, ruiniert unsere bäuerliche, gentechnikfreie Landwirtschaft!

AbL und JAbL fordern: Keine Geschenke für Gentechnikkonzerne

Der Nikolaus hat keine Geschenke!Mit einem Trecker fuhren heute ein Nikolaus sowie eine Delegation der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. und der jungen AbL vor das Bundeslandwirtschaftsministerium, um ihre Forderungen zur Sicherung der gentechnik-freien bäuerlichen Landwirtschaft vorzubringen. Hintergrund ist der Gesetzesvorschlag der EU-Kommission zu den neuen Gentechniken, der aktuell in Brüssel verhandelt wird. Bereits beim kommenden EU-Agrarministerrat am 10./11. Dezember will die spanische Ratspräsidentschaft eine grundlegende Positionierung durchdrücken. Dazu muss sich aktuell das Bundeslandwirtschaftsministerium und die Bundesregierung positionieren.

Eine Bewertung der AbL zeigt, dass der Gesetzesvorschlag der EU-Kommission eine komplette Deregulierung neuer Gentechnik-Pflanzen vorsieht und deshalb aus bäuerlicher Sicht abzulehnen ist. Würden Ministerrat und Europaparlament dem zustimmen, könnte weder die gentechnikfreie ökologische noch konventionelle Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung sichergestellt werden. Die Wahlfreiheit für Bäuerinnen und Bauern, die gesamte Lebensmittelerzeugungskette bis hin zu Verbraucher:innen wäre beendet und das EU-Vorsorgeprinzip ausgehebelt.

ANNEMARIE VOLLING, Gentechnik-Expertin der AbL kommentiert:
„Wer jetzt die bestehenden Gentechnik-Regelungen abschafft, ruiniert die gentechnikfreie, bäuerliche Landwirtschaft! Unsere Märkte und Wettbewerbsfähigkeit würden zerstört und wir könnten nicht mehr selbstbestimmt entscheiden, wie wir wirtschaften. Bundeskanzler Olaf Scholz und der federführende Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir können das verhindern, indem sie sich klar gegen den existenzgefährdenden Gentechnik-Vorschlag positionieren und dafür sorgen, dass Deutschland dem nicht zustimmt. Keine Geschenke für die Gentechnik-Industrie!“

JANNIKA SCHLIEKER, jAbL aus Eberswalde, unterstreicht:
„Gerade wegen des Klimawandels und seinen jetzt schon spürbaren Folgen für uns Menschen und für die Natur, sehe ich meine Zukunft als Bäuerin auf einem vielfältigen Betrieb. Mit der Möglichkeit, mein eigenes Saatgut zu erzeugen oder zumindest entscheiden zu können, was das Saatgut mit sich bringt. Aber woher soll ich wissen, ob, wenn ich meinen Hof gründe, mein Nachbarbetrieb gentechnikfrei wirtschaftet? Das Standortregister und somit der Hinweis, welche Betriebe mit gentechnisch verändertem Saatgut arbeiten, fällt mit der vorgeschlagenen Deregulierung weg.“

RAFFAEL KREIßL, Jungzüchter und jAbL, fügt hinzu:
„Eine zukunftsorientierte Züchtung sollte auf den Wechselwirkungen der Pflanze zu ihrem Umfeld beruhen, nicht auf den Profitinteressen von Großkonzernen!“

Nach der Kundgebung übergaben die bäuerlichen Vertreter:innen BMEL-Staatssekretärin Silvia Bender eine Saatgutschale mit gentechnikfreiem und patentfreiem Saatgut, als Symbol dafür, was es auf EU-Ebene und regional zu schützen gilt. Zudem überreichten sie ihr das gemeinsame Positionspapier, das 139 Verbände unterzeichnet haben: „Keine Deregulierung neuer Gentechnik-Verfahren! Recht auf gentechnikfreie Erzeugung, Wahlfreiheit und Vorsorgeprinzip sichern!“ sowie eine aktuelle Stellungnahme von europäischen Wissenschaftler:innen, die davor warnen, Pflanzen aus neuen Gentechniken ohne Risikoprüfung in der EU zuzulassen.Der Nikolaus hat keine Geschenke!


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