Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Landesverband Rheinland-Pfalz und Saarland - Der Vorstand

Liebe Mitglieder,

wie auf der Jahreshauptversammlung in Ulmen besprochen, ist die Gentechnik der Schwerpunkt unserer Arbeit in 2011. Wir wollen hier keine umfassende Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile versuchen, das würde den Rahmen sprengen. Die Fakten sind ja auch größtenteils bekannt, deshalb möchten wir hier nur stichwortartig unsere Bewertung darstellen. Wer unseren Standpunkt zur Gentechnik nachlesen will, kann sich unser Strategiepapier auf der Homepage herunterladen (www.abl-rlp-saar.de) oder sich weiter informieren unter www.keine-gentechnik.de oder www.gentechnikfreie-regionen.de

Agro-Gentechnik (grob: Anwendung von gentechnischen Verfahren zur Kombination von Erbmaterial von Tieren und Pflanzen über Artgrenzen hinweg) ist keine Fortsetzung herkömmlicher Züchtung mit modernen Mitteln, und sie ist keine gezielte Methode der Pflanzenzüchtung. Der besondere Anreiz, auf Gentechnik statt auf Züchtung zu setzen, liegt im Patentrecht. Patente auf Leben nutzen nur einer Handvoll multinationaler Konzerne und bedrohen die Existenz aller Bauern. Niemand will für Schäden durch Agro-Gentechnik haften. Bisher lehnen es auch alle Versicherungsgesellschaften ab, die Risikotechnologie Gentechnik zu versichern.

Agro-Gentechnik steht für eine Rationalisierung auf dem Acker, für den Anbau einiger weniger Pflanzenarten auf immer größeren Flächen und für Industrialisierung und den Verlust von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft. Die Behauptung, gentechnisch veränderte Lebensmittel seien mindestens so sicher wie herkömmliche, ist unseriös. Ihre möglichen subtoxischen (einzeln nicht unmittelbar giftig), chronischen und epidemiologischen (die Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten betreffenden) Wirkungen sind bisher überhaupt nicht erfasst worden, ihre allergenen Effekte nur unzureichend.

Percy Schmeiser hat es in Altenkirchen ausführlich dargestellt: Die Landwirte in Kanada haben heute nur Nachteile durch Superunkräuter und höhere Saatgut- und Pflanzenschutzkosten. Biologischer Anbau von Raps geht überhaupt nicht mehr. Es müssen wesentlich mehr und giftigere Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Die Bauern können nicht mehr frei entscheiden. Wenn GVOs (genetisch veränderte Organismen) einmal ausgesät wurden, ist das nie mehr rückgängig zu machen.

Für uns sind das - neben vielen weiteren - mehr als genug gute Gründe, um die Agro-Gentechnik zum heutigen Zeitpunkt abzulehnen und die Einführung im Sinne einer direkten Demokratie aktiv zu verhindern. Noch haben wir es selbst in der Hand!

Deshalb ruft der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft alle Berufskollegen auf, jetzt und in Zukunft kein GVO-Saatgut zu verwenden und dies durch die Unterzeichnung einer Selbstverpflichtungserklärung zu untermauern!

Im zweiten Schritt wird dann die Heimatgemeinde jedes AbL-Mitgliedes gentechnikfrei. Jedes Mitglied kann in seiner Region selbst aktiv werden. Weitere Selbstverpflichtungserklärungen für die Berufskollegen können von der Homepage heruntergeladen werden (www.abl-rlp.de) oder beim Vorstand bestellt werden. Dass es geht, können wir heute schon zeigen: Die ersten Gemarkungen sind bereits gentechnikfrei!

Mit bäuerlichem Gruß

Der Vorstand

Download der Selbstverpflichtungserklärung als PDF (am PC ausfüllbar)


Mainzer Appell: Termine zum sozial-ökologischen Wandel

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